über mich
mein Weg (zurück) zur Fotografie

Ich war lange mit Ton und Bild für Film und Fernsehen beschäftigt, bevor ich in der Fotografie eine frühe Leidenschaft wiederentdeckt habe. Mit der Zeit ist mir das Erzählen in immer weniger Bildern wieder immer wichtiger geworden.
In meinem anderen Leben habe ich einen ganz gewöhnlichen Beruf für Lohn und Brot in abhängiger Beschäftigung – ich bin Erzieher, wenn auch nicht ganz klassisch: Ich arbeite in einem Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung.
Nach mehr als zwanzig Jahren Medienarbeit habe ich umgeschult, denn so spannend und abwechslungsreich dieses Arbeitsfeld ist, so prekär sind die Beschäftigungsverhältnisse. Arbeit unter ökonomischem Druck bedeutet dann, Aufträge annehmen zu müssen – egal, ob ich inhaltlich dahinter stehe oder nicht. Seien wir ehrlich: Nicht alles, was das Fernsehen zeigt, ist so wichtig, wie es erst einmal scheinen soll (und ich sage das als ausdrücklicher Befürworter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und seiner Gebührenfinanzierung!).
Da ich schon früher (v.a. im Anschluss an meinen Zivildienst) pädagogisch gearbeitet hatte, war eine Ausbildung zum Erzieher eine sinnvolle Option, diese Ausrichtung auf ein tragfähiges Fundament zu stellen.
So bin ich heute in der komfortablen Situation, dass ich mein Gehalt nicht in der Medienbranche verdienen muss. Ich kann die Projekte zusagen, die mich interessieren, für die ich gerne mit anderen zusammenarbeite; und ich kann alles andere mit ruhigem Puls absagen.
Und nur weil ein:e Chefredakteur:in kostendruck hat, wird noch lange nicht mit der heißen Nadel gestrickt.
Ein Projekt mit der dafür angemessenen Zeit zu verfolgen war eines der grundlegenden Bedürfnisse, die mich zu einem (vorübergehenden) Ausstieg aus der Szene bewegt haben.
meine Art zu fotografieren
Wenn ich sage, ich möchte schon mit einem einzelnen Foto eine Geschichte erzählen, schließt das natürlich eine Bilderserie nicht aus. Doch mein Anspruch ist, das jedes Bild für sich genommen eine Aussage trifft.
Aussagen werden letzlich auch in den Augen der Betrachtrenden konstruiert. In erster Linie muss es jedoch für mich stimmen – beim fotografieren.
das Portrait
Das Genre, das ich dazu favorisiere, ist das des environmental portrait, ein Begriff, für den es im Deutschen keine Entsprechung gibt. Er meint die Darstelllung einer Person in ihrer Umgebung. Klassischerweise ist damit der Arbeitsplatz gemeint; es kann aber auch um ein besonderes soziales Engagement der Person gehen oder um ein interessantes Hobby. Was ich auf meinen Bildern sehen möchte, ist nicht nur, wie ein Mensch aussieht, sondern vor allem auch, was er macht.
Natürlich gibt es Fotograf:innen, die mehr in ihren Fotos sichtbar machen, als nur das Antlitz einer Person, selbst in einem Studioportrait. Doch wieviel mehr als nur über all die Einzelnen erzählte doch August Sander in seinen Fotografien der Weimarer Zeit (Menschen des 20. Jahrhunderts)…
Gerne inszeniere ich auch Portraits mit Künster:innen, die ihre Figuren darstellen, so vor allem mit Clowns der Klinik-Clown-Szene des Rhein-Main-Gebiets. Diese Bilder bieten eine extreme gestalterische Freiheit, die ich sehr schätze. Und natürlich bilden sie wieder einen Rückbezug zum sozialen Engagement der Künstler:innen.
das Dokumentarische
Auch dokumentarische Fotografie mit journalistischen Anspruch möchte ich betreiben. Doch hier stoße ich regelmäßig an meine Grenzen. Zumeist stellt mich das Material, was ich z.B. von einer Demonstration mitbringe, nicht zufrieden. Es gibt wenige Ausnahmen.
Eventfotografie
Auf dem Feld der dokumentarischen Fotografie liegen meine Stärken auf der Dokumentation von feierlichen Veranstaltungen. Ich habe eine empatische Grundhaltung, die es mir gestattet, die kleinen, stillen, aber doch bedeutenden Momente festzuhalten.
private Vorlieben
Für mich betreibe ich daneben noch street photography und auch abstrakte Fotografie. Das Sehen von Mustern und Strukturen, die normalerweise verborgen bleiben, sind mir eine besondere Herausforderung.
Einige dieser Bilder veröffentliche ich auf meinem Instagram-Kanal.